KONZEPT Vertical Axis Houston, Jorinde Voigt 2019.pdf

KONZEPT Vertical Axis Houston
Jorinde Voigt, 2019

Denkt man die vertikale Achse vom Standpunkt des stehenden Menschen weiter, so kann man ihre Ausdehnung sowohl bis zum Mittelpunkt der Erde als auch bis in die Unendlichkeit des Alls imaginieren.

SPACE VI Intergalaktischer Raum: Netzstrukturen
SPACE V Interstellarer Raum: Wolke, Welle, Wirbel
SPACE IV Interplanetarer Raum: Staub, Wind, Plasma
SPACE III Erdnaher Weltraum / Geospace: Van-Allen-Gürtel, Torus-Shape, Schutzschicht
SPACE II Kármán-Linie: Beginn des Weltraums
SPACE I Erdatmosphäre/Meeresspiegel: Luftverkehr, Geschwindigkeiten, Vehikel, Horizont
HUMAN I Atem: Vertikale auf Lungenhöhe in Handlänge, räumliche Ausdehnung
HUMAN II Maß des Körpers: Körpergröße, Körperbreite, Mittelachse
HUMAN III Raumkontakt: Schwerkraft, Kontakt zum Boden, Architektur, Topographie
HUMAN IV Sinne: Raumwahrnehmung und Energieaustausch mit Umgebung, Hören, Riechen, Schmecken, Sehen, Tasten, Temperatur, Schmerz, Gleichgewicht,
Körperempfinden
HUMAN V Rhythmus: Wahrnehmung der Rhythmen der Organe, Tageszeiten, Jahreszeiten
HUMAN VI Imagination der vertikalen Achse
EARTH I Topographie, Horizont, Beschaffenheit der Erdoberfläche
EARTH II Erdkruste, geologische Beschaffenheit: Wasser, Öl, Gestein, Metalle
EARTH III Oberer Erdmantel: Konvektionsbewegung, Hitze, Vulkanstrukturen
EARTH IV Unterer Erdmantel:
EARTH V Äußerer Erdkern: Lava, Nickel, Eisen, Elektrische Ströme, Magnetfeldbildung
EARTH VI Innerer Erdkern: feste rotierende Metallkugel aus Eisen und Nickel, Superrotation

-Italo Calvino – Unsichtbare Städte: Beschreibung von unterirdischen Seen und Ingenieurswerk welches diese anzapft

-Cy Twombly – In Houston: Kreide auf Wandfarbe, kreisende Linien, verwischt und doppelt oder einfach; das Malen, als ob man in jedem Alter gleichzeitig wäre (Verweis auf Zeitachse)

-Joseph Beuys – Tafelbilder: Grün als Hintergrundfarbe, muss die direkte durchschnittliche Farbe der wahrgenommenen Natur außerhalb bzw. In den Sichtachsen des Raumes im MDI

-Jorge Luis Borges – Das unerbittliche Gedächtnis: „…Jedes optische Bild war verbunden mit Muskel, Wärmeempfindungen, usw.“ (S. 100); „…Ich bin die Wiese auf die ich schaue…“

Technische Ausführung:
Verschiedenfarbige Kreide auf Tafelwandfarbe.
Zeichnerische Bearbeitung entlang der m folgenden beschriebenen vertikalen Achse in 18 Figuren.

 

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SPACE VI Intergalaktischer Raum: Netzstrukturen

Der intergalaktische Raum ist der Raum zwischen Galaxien. Der größte Teil des Universums ist intergalaktischer Raum.
Das intergalaktische Medium besteht hauptsächlich aus ionisiertem Wasserstoff-Gas/-Plasma (HII), also gleichen Mengen freier Protonen und Elektronen.
Filmende
Voids – Sechseckstrukturen / Wabenstruktur
Superhaufen
Galaxiehaufen
War.-Hot Intergalactic Medium
Grosser Attraktor
„….Dort, wo Gas von den Filamentenstrukturen des WHIM in die Knotenpunkte der kosmischen Filamente strömt, heizt es sich noch weiter auf und erreicht Temperaturen von 107 K bis 108 K, manchmal auch darüber. Dieses intergalaktische Medium wird Intracluster-Medium (ICM) genannt. Es ist durch seine starke Emission von Röntgenstrahlung beobachtbar….“

„….Die Materieverteilung des Universums ähnelt astronomischen Beobachtungen und Simulationen zufolge auf großen Skalen einer Wabenstruktur, die durch Filamente (Materieansammlungen) und die dazwischenliegenden Voids (Hohlräume) gebildet wird. Als Filamente (von lateinisch filum „Faden“) bezeichnet man die fadenförmigen Verbindungen im Universum zwischen Galaxienhaufen und Superhaufen mit einer höheren lokalen Galaxiendichte um riesige Hohlräume (Voids) herum. Voids (englisch für Lücke, Leerraum) sind in der Astronomie und in der Astrophysik riesige Leerräume zwischen den größeren Strukturen des Universums….“
Die nähere Umgebung des – die Milchstraße beherbergenden – Virgo-Superhaufens; man sieht etliche Voids zwischen Filamenten und SuperhaufenRegionen mit über- und unterdurchschnittlicher Materiekonzentration, nämlich Galaxienhaufen und Voids. Während von Galaxienhaufen eine anziehende Kraft in Richtung dieser Materie ausgeht, sorgen Bereiche mit zum Durchschnitt fehlender Masse für mangelnde Anziehung in Richtung des Voids und damit für eine resultierende Kraftwirkung in die Gegenrichtung.
Gravitationskräfte und Kraftwirkung

Die bisher direkt beobachteten Voids haben meist einen Durchmesser im Bereich von 100 Millionen Lichtjahren. Der bislang größte Void, der 2007 entdeckt wurde, ist der Eridanus Supervoid. Er hat mit einem Durchmesser von etwa einer Milliarde Lichtjahren etwa das tausendfache Volumen der üblichen Voids.Das kosmische Netz | Diese detaillierte Simulation der großräumigen Strukturen im Universum entstand im Rahmen der Illustris-Simulation. Die Verteilung der Dunklen Materie ist blau und die des Gases orange dargestellt. Der abgebildete Bereich hat eine Kantenlänge von 300 Millionen Lichtjahren. Deutlich zu erkennen sind die filamentartigen Materieansammlungen.Struktur des Universums

Materieeinfall auf die Filamente | Simulationen von großräumigen Strukturen im Universum zeigen, wie Materie auf die filamentartigen Verdichtungen einfällt. Die spiralartige Bewegung führt dazu, dass die Rotationsachsen von entstehenden Galaxien bevorzugt entlang der Filamente ausgerichtet sind.

Interstellare Gas- und Staubwolke mit einer Länge von ca. einem Lichtjahr[6]

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SPACE V Interstellarer Raum: Wolke, Welle, Wirbel

Interstellare Raum bezeichnet den Raum innerhalb einer Galaxie zwischen den Astropausen der Sterne
Interstellare Materie + galaktisches Magnetfeld
Hier entstehen Sterne, Sternenwinde und Supernovä geben wieder Materie in den interstellaren Raum ab.
Interstellare Woleken
Urwolke, unser Sonnensystem ist aus solch einer Urwolke entstanden.
Bugstosswellen, Stoßfronten, Bugwelle

Teilchendichte 10hoch6 – 10hoch12 Teilchen pro Kubikmeter

Die Heliosphäre unter dem Einfluss des interstellaren Gases

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SPACE IV Interplanetarer Raum: Staub, Wind, PlasmaWeltraum zwischen den einzelnen Planeten des Sonnensystems
Interplanetarisches Medium, Mischung aus Plasma, Teilchen des Sonnenwindes, Staub und Kleinkörpern
Interplanetarer Staub
Sonnenwind
Magnetfeld der Sonne Interaktion Sonnenwind und Magnetfeld der SONNE, ca 5 Partikel/ cm3

Heliosspäre

Heliopause

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SPACE III Erdnaher Weltraum / Geospace: Van-Allen-Gürtel, Torus-Shape, SchutzschichtErdmagnetfeld
Schutz vor Sonnenwind und Teilchenstrom
Weltraumwetter
kosmische Strahlung
Milchstrasse
Van-Allen-Gürtel
Innere Bereich des Magnetfeldes ist Plasmasphäre

60.000km Sonnenseite
600.000km Nachtseite

Die Magnetosphäre schirmt die Erde gegen den Sonnenwind ab: Auf der Tagseite entsteht eine zusammen­gepresste Bugstoßwelle, auf der Nachtseite ein langer Magnetschweif.

Plasmasphäre (7) innerhalb der MagnetosphäreVan-Allen-Gürtel Torusförmiger Strahlungsgürtel, harte ionisierende Strahlung
Variabilität
torusförmige Plasmasphäre

Raumstation ISS 400km Höhe grösstes außerirdisches Baumwerk der Menschheitsgeschichte, Kooperation von 16 Staaten + Raumfahrtagenturen. Immer noch im Erdorbit. Alle 92 Minuten 1 Erdumkreisung

110 x 100 30 cm

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SPACE II Kármán-Linie: Beginn des Weltraums

80/100 km

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SPACE I Erdatmosphäre/Meeresspiegel: Luftverkehr, Geschwindigkeiten, Vehikel, Horizont

 

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HUMAN I Atem: Vertikale auf Lungenhöhe in Handlänge, räumliche Ausdehnung

Die Achse des Atems

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HUMAN II Maß des Körpers: Körpergröße, Körperbreite, Mittelachse

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HUMAN III Raumkontakt: Schwerkraft, Kontakt zum Boden, Architektur, Topographie

Die Wahrnehmung der eigenen Schwerkraft.
Die Schwere in den Händen
Die Schwere in den Füßen

Anmerkungen Adrian Porikys: Der moderne Mensch findet sich nur noch selten an einem natürlichen Standort wieder. Zumeist steht er in einem von Menschen architektonisch gestalteten Raum. Er steht auf Boden eines Raums oder im freien auf dem Gehweg, auf der Straße. Auf Beton, auf angelegter Wiese, auf festgefügten Sand, auf angelegten Steinen, auf Asphalt, usw. Auch der Blick ist in der Regel begrenzt von durch Menschenhand geschaffenen Dingen. Von Gebäuden, Mauern und Maschinen.

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HUMAN IV Sinne: Raumwahrnehmung und Energieaustausch mit Umgebung, Hören, Riechen, Schmecken, Sehen, Tasten, Temperatur, Schmerz, Gleichgewicht,
Körperempfinden

Der Körper nimmt Umgebungswärme auf. Der Körper gibt eigene Wärme ab.

Wärmeabstrahlung des Körpers in den Raum und in die Topographie

Nahrung, Torus

Geräusche, Stimmen, Gerüche, Temperatur

Wahrgenommen Geräusche im Studio am 11.09.2019:
Wind, Baustellengeräusche, Wasser, Schiffsmotoren, Echos, Rauschen der Blätter, Sägen, Maschinengeräusche, wehende Vorhänge, Tastaturklappern, Geschirrklappern, Schritte, Straßengeräusche.

Die Sinne

Sinneseindrücke
Wie gibt sich die Umgebung der eigenen Wahrnehmung preis über die Sinne?

Hören – auditive Wahrnehmung mit dem Ohr Fernsinn
Riechen – olfaktorische Wahrnehmung mit der Nase Fernsinn
Schmecken – gustatorische Wahrnehmung mit der Zunge Nahsinn
Sehen – visuelle Wahrnehmung mit dem Auge Fernsinn
Tasten – taktile Wahrnehmung mit der Haut Nahsinn

Sinneseindruck beim Schmecken und Tasten ist direkt mit dem Organ verknüpft.
Sinneseindruck beim Sehen, Riechen und Hören eher im Gehirn verknüpft.

Moderne Physiologie nennt vier weitere Sinne:

Temperatur – Thermorezeption
Schmerz – Nozizeption
Gleichgewicht – Vestibulärer Sinn
Körperempfinden – Propriozeption

Es gibt weitere sensorische Fähigkeiten, die nicht bewusst oder direkt wahrnehmbar sind:

Blutdruck-Rezeptoren (im Bereich der Kehle)
Jacobson-Organ (im Nasenbereich, dienen beim Menschen wahrscheinlich der Pheromon-Erkennung.)

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HUMAN V Rhythmus: Wahrnehmung der Rhythmen der Organe, Tageszeiten, Jahreszeiten

Kakophonie, Orchester, Organismus

Atmung, Herzschlag, Puls, Uhrzeiten der Organe, Tag/Nacht, etc.

Gleichzeitigkeit

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HUMAN VI Imagination der vertikalen Achse

Vertikale Achse
Erdmittelpunkt _ All

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EARTH I Topographie, Horizont, Beschaffenheit der Erdoberfläche

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EARTH II Erdkruste, geologische Beschaffenheit: Wasser, Öl, Gestein, Metalle

Als Erdkruste bezeichnet man den Boden, auf dem wir Menschen mit unseren Füßen stehen. Die Erdkruste kann je nach Ort und geologischer Formation 10 bis ungefähr 30 Kilometer Dicke oder Tiefe erreichen. Sie besteht aus eher festem, spröden Gestein. Danach beginnt langsam ein fließender Übergang in den Erdmantel.

In Windisch-Eschenbach gelang es, bei einem kontinentalen Tiefbohrprogramm bis in etwa neun Kilometer Tiefe zu bohren. Danach geriet die Bohrung ins Stocken, das Material spielte nicht mehr mit. Die Temperaturen waren schon so heiß, das die Messgeräte ihren Dienst aufgaben. Schon in drei bis fünf Kilometern Tiefe kann die Temperatur 200 bis 300 Grad Celsius erreichen.

Anmerkungen Adrian Porikys:
Dünnste Schale im inneren Aufbau der Erde (Durchschnitt 35 km)
Geologie ist die Wissenschaft von Aufbau, Zusammensetzung und Struktur der Erdkruste

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EARTH III Oberer Erdmantel: Konvektionsbewegung, Hitze, Vulkanstrukturen

Ab 30 Kilometer Tiefe wird das Gestein durch hohen Druck und immer stärker ansteigende Temperaturen plastischer und verformbarer. Noch bis 120 Kilometer Tiefe kann das Gestein aber auch spröde bleiben. Zusammen mit der Erdkruste wird dieser Bereich auch als Lithosphäre bezeichnet.

Der oberer Mantelbereich umfasst circa 120 bis 660 Kilometer Tiefe. Geologen nennen ihn Asthenosphäre. Danach beginnt – durch eine Übergangszone getrennt – der untere Mantelbereich. Er erstreckt sich circa 2900 Kilometer tief ins Erdinnere. Die Temperatur beträgt in diesem Bereich schon circa 2700 Grad Celsius.

Im Erdmantel kommt es zu Konvektionsbewegungen. Ähnlich wie in einer Lava-Lampe erhitzt sich im Erdinneren in größeren Tiefen Gesteinsmaterial, steigt auf zur Erdkruste, kühlt sich dabei ab und versinkt wieder. Heiße Gesteinsmassen können bis zu drei Zentimeter pro Jahr aufsteigen. Dadurch werden die Kontinentalplatten in der Erdkruste bewegt.

Die Drift der Kontinente, die Auffaltung von Gebirgen und auch viele Vulkanausbrüche sind auf Konvektionserscheinungen zurückzuführen. Der Erdmantel ist der Motor, der die Oberfläche unserer Erde in ständiger Bewegung hält.

Der Aufbau unserer Erde
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EARTH IV Unterer Erdmantel:

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EARTH V Äußerer Erdkern: Lava, Nickel, Eisen, Elektrische Ströme, Magnetfeldbildung

Die Grenzschicht zwischen unterem Erdmantel und äußerem Erdkern wird “D-Schicht” genannt. Sie ist rund 200 Kilometer dick und liegt in ungefähr 3000 Kilometer Tiefe. Druck und Temperatur steigen hier drastisch an. Experten sprechen von 5000 Grad Celsius. Hier beginnt das Gestein flüssig zu werden.

Es besteht vor allem aus den Elementen Nickel und Eisen. In dieser elektrisch leitenden Flüssigkeit, die kaum zäher als Wasser ist, können sich durch Fließbewegungen elektrische Ströme verstärken und Magnetfelder ausbilden. Hier entsteht das Erdmagnetfeld. Der äußere Erdkern reicht bis in eine Tiefe von etwa 5150 Kilometern.

Anmerkungen Adrian Porikys:
Magnetfeld der Erde entsteht hier.
Flüssiges Gestein, vor allem Nickel und Eisen
Material dünn wie Wasser aber sehr geringe Strömungsgeschwindigkeit (Wärme-Druck-Bedingungen)
Magnetfeld wirkt um die gesamte Erde herum, hat seinen Ursprung aber hier.

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EARTH VI Innerer Erdkern: feste rotierende Metallkugel aus Eisen und Nickel, Superrotation

Bei 6300 Grad und einem Druck wie an der Erdoberfläche von 1 bar wäre Eisen ein Gas. Im Mittelpunkt der Erde (in 6378 Kilometer Tiefe) herrschen jedoch 3,5 Millionen bar Druck und selbst bei einer Temperatur von 5000 Grad bilden Nickel und Eisen dann eine feste Metallkugel, die rotiert.

Die Hitze im inneren Erdkern entsteht durch den radioaktiven Zerfall von Elementen und ist der Motor für die Bewegungen im Erdinneren, für die gewaltigen Kräfte, die uns in Form von Erdbeben oder Vulkanausbrüchen bedrohen, uns aber auch Energie liefern.

Anmerkungen Adrian Porikys:
Der Innere Erdkern besteht aus festem Metall.
80% Eisen
20% Nickel
Unvorstellbarer Druck im Erdinneren: 330 GPa
Temperaturen über 6000 Grad
Erdmittelpunkt liegt bei einer Tiefe von 6371 km
Tiefste Bohrung hat nur 0,2 % dieser Strecke zurückgelegt.
Superrotation: Erdkern dreht sich 0,3 bis 0,5 Grad schneller pro Jahr als Mantel und Kruste.